Gottesdienste im Curanum und in St. Johannis am Sonntag Reminiscere - 25. Februar 2018

Curanum, St. Johannis

Predigt:
Pfarrer Jörg Mahler

"Du - ein Teil von
Gottes Weinberg"

Predigttext: Jesaja 5,1-7

Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte. Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte? Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen. Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit. 

Predigt: 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen. Amen. 

Liebe Schwestern und Brüder! 

Heute ist der zweite Sonntag in der Passionszeit. Die Passionszeit ist eine Zeit, in der viele Menschen fasten. In manchen Ländern ist dieses Fasten noch viel mehr Brauch als bei uns. Ich erinnere mich an meine Zeit auf der Krim. Dort gabs in den Restaurants eigene Fastenmenues, zubereitet aus den von der orthodoxen Kirche erlaubten Lebensmitteln. 

Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, und ob Sie zu den Fastenden dazugehören. Wer in unseren Breiten fastet, der sieht den Sinn häufig darin, dem Körper etwas Gutes zu tun, ihn einmal zu entschlacken. Es gibt aber natürlich noch einen tieferen Sinn: Das Fasten kann helfen, dass wir nicht durch Nahrung und einen müden Körper abgelenkt werden, sondern nüchtern sind und uns auf uns selbst und auf Gott besinnen: also auch unserer Seele etwas Gutes tun. 

Ich selbst faste nicht. Aber trotzdem bemühe ich mich in diesen 7 Wochen bis Ostern, mein Leben anzuschauen, mehr mit Gott im Kontakt zu sein. Die Passionszeit ist auch eine Zeit, in der wir beim Nachdenken über uns auf das stoßen, was in unserem Leben nicht in Ordnung ist, und was man sonst gerne verdrängt. Gott nahe kommen, vor Gott Schuld benennen, um Vergebung bitten, sich erneuern lassen, sich neu ausrichten. Das kann und darf und soll geschehen. Und dazu helfen uns die Texte der Bibel, die wir in diesen 7 Wochen in den Gottesdiensten hören und bedenken. Heute ein Lied, das der Prophet Jesaja seinen Zuhörern damals vorgesungen hat.

I. 

Jesaja ist vielleicht auf einem Platz oder in eine Gasse von Jerusalem, und wendet sich wie ein Bänkelsänger an das Volk. Vielleicht hat er zu seinem Lied ja ein Saiteninstrument gespielt, eine Harfe etwa – schließlich hat das Harfenspiel im alten Israel eine lange Tradition. Ich stelle mir das so vor, wie wenn heute ein Musiker auf dem Coburger Marktplatz spielt und ein eigenes Lied vorsingt. Nur dass heute kaum einer stehenbleibt, außer die Kinder vielleicht, weil wir schon fast zuviel Musik und Lieder und Töne durch die Medien um die Ohren haben. Damals dagegen etwas, das es nicht alle Tage gab. 

Das Lied, das Jesaja vorträgt, scheint ein Liebeslied zu sein. Denn der Weinberg ist häufig das Symbol der Geliebten, der Braut (vgl. Hoheslied 8,11ff). Da bleiben die Menschen stehen und hören interessiert zu. Jesaja schildert, was der Liebende für seinen Weinberg und wir vermuten für seine Braut tut: Er entfernt Steine, pflanzt Edelreben, baut einen Turm aus Steinen zum Schutz gegen Diebe und eine Mauer zur Abwehr von Tieren. Schließlich baut er eine Kelter. Für manchen klingt das vielleicht romantisch: Nicht nur, alles für einen anderen Menschen zu tun, damit er sich entwickeln kann, sondern auch allein die Vorstellung eines Weinbauern, der seinen idyllisch gelegenen Weinberg pflegt. Wer aber selbst mal auf einem Weinberg mitgearbeitet hat, der weiß, dass das harte Arbeit ist, gerade in der Hitze Judas. 

Alles tut der Winzer, um gute Trauben für edlen Wein zu bekommen. Keine Anstrengung scheut er. Doch dann die Pointe der Geschichte: Das Unmögliche geschieht: Der Weinberg bringt schlechte Trauben! Welche Enttäuschung! Eine Enttäuschung, die wir teilen. 

Jesaja fordert seine Zuhörer nun auf: Richtet zwischen mir und meinem Weinberg! Statt in einer Liebesgeschichte finden wir uns nun in einer Gerichtsverhandlung wieder. 

Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte? 

Schwer fällt es uns nicht, zu urteilen: Natürlich ist nicht der Weinbergbesitzer, sondern der Weinberg ist schuldig. Er hat die liebevolle Mühe des Weinbergbesitzers abgeschlagen. Aus dem Liebeslied wird das Plädoyer für eine Anklage. Jesaja singt nun davon, wie der Winzer reagiert. Bestimmt ist die Melodie nun nicht mehr so romantisch: Er ist zornig und wütend. Er vernichtet den Weinberg nicht, aber er hört auf, ihn zu pflegen und zu schützen. Er reißt die Mauer ein – vielleicht weil er die Steine für etwas anderes weiterverwenden kann. So werden Leute kommen, und ihn zertreten. Er wird ihn nicht mehr bearbeiten, und so werden Disteln und Dornen wachsen. Und er wird den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen. - - 

Haben wir richtig gehört? Regen wird er fernhalten? - Mit einem Mal ist den Zuhörern damals und uns deutlich, um wen es sich bei dem Freund, dem Weinbergbesitzer handelt: denn über Regen gebietet nur einer: Gott selbst! 

II. 

Gerade noch waren die Zuhörer mit Spannung dabei, doch plötzlich hat sich ihre Blickrichtung geändert. Sie wissen: Es geht in dieser Geschichte um mich! Und tatsächlich bringt Jesaja das Ziel seiner Ballade in zwei letzten Sätzen auf den Punkt: 

Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit. 

Jesaja kritisiert die gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit: Das Recht wird mit Füßen getreten, es gibt in den Gerichten keine gerechten Urteile. Menschen leiden unter der Schlechtigkeit von anderen. Ist das heute nicht oft ähnlich? Beispiele stehen uns zur Genüge vor Augen, wenn wir in die weite Welt blicken, aber auch in unserer kleinen Welt, in Familie, Beruf und Verein. 

Jesaja stellt fest: Gottes Hoffnung für das Volk waren Recht und Gerechtigkeit. Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt wird. Deshalb, so der Prophet, wird das Land den Feinden preisgegeben. Gott hat dem Volk Schutz und Segen entzogen. Nur ein Volk, das das Recht Gottes wahrt, kann bestehen. 

Jesaja singt vor seinen Zuhörern ein Liebeslied von der großen Zuneigung Gottes und zugleich von der Untreue der Menschen. Er will die Menschen mit seinem Lied wachrütteln. 

III. 

Liebe Schwestern und Brüder! 

Der Weinberg des Herrn, seine Geliebte, das ist das Volk Gottes – damals nur Israel, heute auch wir Christen. Dieser Bibeltext will uns helfen, dass auch wir über unser Leben nachdenken, wie es das Ziel der Passionszeit ist. 

Ich habe in der Begrüßung schon vom Namen dieses Sonntags gesprochen: Reminiscere, abgeleitet von Psalm 25,6: »Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind«. 

Bevor wir allerdings Gott an seine Barmherzigkeit erinnern, sollten wir erst einmal uns selbst an seine Barmherzigkeit erinnern. Denn die gerät oft in Vergessenheit bzw. ist als geistliche Wahrheit abgespeichert aber zeigt keine Auswirkungen auf unser Befinden und auf unsere Lebenspraxis. 

Wenn wir diesen Psalmvers also umdrehen, dann passt er perfekt zu unserer Geschichte vom Weinberg: „Gedenke, Mensch, an Gottes Barmherzigkeit!“ – denk daran, dass Du ein Teil seines Weinberges bist. Denke daran, dass Gott dich gepflanzt hat und Dich umsorgt: Er gibt Dir Dein täglich Brot. Denke daran, dass er Dir Segen schenkt, so wie dem Weinberg Wasser. Denke daran, dass er Dich beschützt, so wie es die Mauer um den Weinberg tut. Denke daran, dass Gott in Dich hinein Gutes pflanzt, das Frucht bringen kann, so wie er in den Weinberg edle Reben gepflanzt werden. Gott möchte, dass auch Du gute Frucht bringst. 

Ich finde das eine großartige Vorstellung: Ich bin von Gott gepflanzt, und Gott pflegt mich und umsorgt mich! 

Und natürlich will ich dann gute Früchte bringen! 

Um dieses Fruchtbringen zu unterstützen möchte ich mir und dir heute zwei einfache Fragen stellen. Diese Fragen stehen zwar nicht in unserem Bibeltext, sie sind aber entscheidend, damit sich Jesajas Lied in unserem Leben auswirkt: 

Die erste Frage: Was hindert mich, gute Frucht zu bringen? 

Und die zweite Frage: Was fördert mich, gute Frucht zu bringen? 

Zunächst: Was hindert mich, Frucht zu bringen? 

Vieles gäbe es da zu nennen. Ich habe drei solcher Verhinderer ausgewählt, die ich ansprechen möchte: 

Zum einen ist es oft die Bequemlichkeit. Soll ich wirklich in den Gottesdienst gehen oder mir doch lieber einen gemütlichen Sonntag Vormittag / Abend zu Hause machen? Dieser Bequemlichkeit sind Sie alle heute nicht erlegenJ Soll ich wirklich kurz stehenbleiben und meinen Geldbeutel auspacken, um dem Bettler ein paar Euro zu geben? Soll ich wirklich andere Menschen ansprechen und in unsere Gemeinde einladen? Soll ich wirklich protestieren, wenn jemand ungerecht behandelt wird? Nichts zu tun ist wirklich einfacher und bequemer. Ich habe ja schon soviel um die Ohren. Oder: Ich fühle mich sowieso matt! 

Das erste mal, wenn man nichts tut, hat man vielleicht noch ein schlechtes Gewissen. Das zweite mal ist es schon einfacher, ab dem dritten mal ist es normal. Und irgendwann weiß man gar nicht mehr, welches Verhalten eigentlich das ist, das sich Gott von uns wünscht. Man hat sich an den bequemen Lebensstil gewöhnt, der längst zum Mainstream geworden ist. 

Ein Zweites, das die Menschen davon abhält, Früchte zu bringen, ist der Mammon. Mit diesem Begriff bezeichnet Jesus die Macht des Geldes, die für manch einen zum Ersatzgott geworden ist. 

Sein Geld zusammenhalten und sparen, das ist eine deutsche Tugend. Und Vorsorge ist wichtiger denn je. Doch manchmal ist mein Leben ein Stück reicher, wenn ich dem Geld nicht einen ganz so hohen Stellenwert gebe: Geld kann Beziehungen zerstören. Freigiebig sein, mal ein kleines Geschenk machen, bereitet einem selbst Freude. Ein bisschen Mithelfen, die Nöte der Welt zu lindern kann man sich zur Aufgabe machen, an die man guten Gewissens herangeht. Auch in der Kirche laufen wir Gefahr, dem Mammon zu erliegen. Anfang des Monats hatten wir unsere Kirchenvorstandsrüstzeit in Erfurt. Dort haben wir auf die letzten 5 ½ Jahre der Wahlperiode zurückgeblickt und festgestellt, dass wir in jeder unserer Sitzungen soviel übers Geld reden, aber geistliche Impulse für die Gemeinde einen weit geringeren Raum einnehmen. Ja, Mittel sind begrenzt, und wir müssen sie verantwortungsvoll einsetzen. Doch ist das andere nicht entscheidender: Wie wir als Kirchenvorstand, als Gemeinde unterstützend wirken können, damit Menschen Gott begegnen? Und was uns als Gemeinde betrifft, betrifft auch die Kirche als Ganze: Manches scheint nur unter dem Diktat der Finanzen zu stehen und verhindert geistliche Freiräume und geistliche Früchte. 

Zum dritten denke ich sind es oft Versuchungen, die uns davon abhalten, gute Frucht zu bringen: Letzten Sonntag haben wir im Evangelium gehört, wie Jesus vom Teufel versucht wurde. In der Wüste wird er vom Teufel gefragt, ob er Macht und Herrschaft und Einfluß haben möchte. Vieles verlockt uns und will uns in seinen Bann ziehen: die begehrte Frau, die aber nicht frei ist, die Macht auf Kosten anderer. Wer solchen Versuchungen erliegt, der bringt nur nicht keine Frucht, sondern schafft auch Kummer bei anderen. Oft kommen die Versuchungen auch im leichten Gewand der Ablenkung daher: Wir werden abgelenkt von dem, was wir eigentlich gut wäre. Lese ich ein spannendes Buch, oder zünde ich mir eine Kerze an und bete mal etwas ausführlicher oder lese in der Bibel? 

Bequemlichkeit, der Mammon und Versuchungen und Ablenkungen sind es, die aus einem sorgsam gepflegten Weinberg keine Frucht entstehen lassen. Paulus sagt: Die Sünde gehört zu unserer Natur. Der Mensch kann gar nicht anders, er muss immer wieder sündigen und schafft es nie, ganz gerecht zu leben. Das ist eine der bitteren Erkenntnisse der Passionszeit. Aber doch kann der Mensch sich bemühen, und Fortschritte auf dem Weg der Heiligung des Lebens machen. Heiligung des Lebens nennt der Apostel das. Ein aktives Tun, ein aktives Fruchtbringen mit Gottes Hilfe. Das ist die andere Wahrheit. Denn Christus hat durch seinen Tod am Kreuz uns nicht nur Vergebung geschenkt, sondern dadurch auch den Nährboden bereitet, damit nun gute Früchte wachsen können, und das immer mehr. 

Deshalb also nun die zweite Frage: Was fördert es, Frucht zu bringen? 

Die Antwort gibt Jesus selbst, und zwar wieder mit einem Vergleich aus dem Bereich des Weinbaus. Jesus spricht (Joh 15): 

Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben: Wer in mir bleibt, und ich in ihm, der bringt viel Frucht! 

In der Nähe von Jesus bleiben, ja sogar in ihm bleiben – das ist die beste Voraussetzung für gute Früchte! In ihm bleiben – das heißt: immer wieder auf ihn blicken, indem wir Geschichten aus dem Evangelium lesen und mit ihm reden, indem wir beten. Mehr braucht es nicht! Dann wächst in uns mehr und mehr das rechte Verhalten. Dann lernen wir mehr und mehr, so miteinander umzugehen, dass Recht und Gerechtigkeit wächst. Ganz einfach sagt es die sogenannte „Goldene Regel“, die uns Jesus mit auf den Weg gibt: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“. 

Es gibt noch andere Früchte, die sich der Herr wünscht, nicht nur Recht und Gerechtigkeit, wie sie Jesaja am Ende seines Weinberglieds nennt. Die anderen Früchte, das sind die geistlichen Früchte: dass wir für andere beten und sie segnen, dass wir andere trösten und ihnen die Vergebung und Liebe Gottes bringen, dass wir andere zu Gott und zur Gemeinde einladen. Auch diese Früchte wachsen und werden gut, wenn wir im Herrn bleiben, ihn nicht aus dem Blick verlieren. Und es wachsen aus der Verbindung zu Christus auch Früchte, die wir selbst genießen dürfen: neue Kraft, Trost, Zuversicht, Vergebung, ewiges Leben. 

IV. 

Das Lied Jesajas endet damit, dass der Weinberg verödet. Wo bleibt da die Gnade Gottes? Ein bitteres Ende! 

Jesaja hat diese Liebesballade deshalb mit diesem bitteren Ende gesungen, um die Menschen aufzurütteln! Er will, dass wir uns an Gottes Barmherzigkeit erinnern und daraus die Konsequenzen ziehen: Erinnert Euch, wie Gott sich um Euch kümmert und Euch versorgt! Es ist gerade auch Gottes Barmherzigkeit, die uns befähigt und ermutigt, von eigener Sünde und eigener Schuld zu reden und sich zu verwandeln. Es ist Gottes Barmherzigkeit, die uns die Kraft gibt, dass wir gute Früchte bringen. 

Der Weinberg in Jesajas Lied bleibt sich selbst überlassen. Doch ist das das Letzte, was über Gottes Weinberg zu sagen ist? Die Geschichte Gottes mit seinem Weinberg geht weiter. Die Vernichtung ist nicht ›das Ende vom Lied‹. Im Buch Jesaja selbst ist ein späteres Weinberglied zu finden (Jes 27,2–6). Jesaja singt dort vom Weinberg, den der Herr Tag und Nacht behütet, und der die ganze Erde mit seinen guten Früchten erfüllt. Jesaja hofft auf diesen guten Weinberg. 

Im Gegensatz zu ihm können wir schon auf den blicken, der am Ende der Passionszeit, am Karfreitag stirbt, und dessen Tod uns eine große Frucht offenbart: die Vergebung der Sünden. Wir hoffen auf den, der nicht nur alle Schuld vergibt, sondern Recht und Gerechtigkeit aufrichten wird – aller gegenwärtigen Erfahrung von »Rechtsbruch« und »Schlechtigkeit« zum Trotz. Der, der uns seinen Geist schenkt, der uns verwandelt und uns zu einem guten Weinberg macht. Amen. 

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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